Special Olympics 2010

Special Olympics National Games 2010
Die Heidenheimer gemeinnützigen Werkstätten und Wohnheime (HWW) (früher Lebenshilfe) hat 2010 zum
zweiten Mal mit ihrer Kanugruppe an den nationalen Wettkämpfen für geistig behinderte Menschen
teilgenommen.
Diese sogenannten Special Olympics National Games finden alle zwei Jahre statt. So ist nach den Spielen 2008
in Karlsruhe, wo die Kanuten aus den Heidenheimer Werkstätten und Wohnheimen zum ersten Mal am Start
waren, 2012 wieder ein derartiges Ereignis geplant. Weitere Special Olympics (SO) Wettkämpfe im
europäischen und weltweiten Rahmen gibt es im vierjährigen Turnus. SO sind Wettbewerbe von Sportlern mit
geistiger oder mehrfacher Behinderung. Davon zu unterscheiden sind die Paralympics für Sportler mit
körperlichen Handycaps, die ja stets nach den Olympischen Spielen an den Olympischen Wettkampfstätten
durchgeführt werden.


Die Heidenheimer gemeinnützigen Werkstätten und Wohnheime (HWW) (früher Lebenshilfe) sind über vier
dort tätige Betreuer Mitglied im Faltbootclub Heidenheim, der im Rahmen einer Vereinbarung den geistig
Behinderten eine sportliche Betätigung außerhalb ihrer Einrichtung ermöglicht. Ihnen stehen das Bootshaus, die
Vereinsboote und auch sonstiges Gerät des Faltbootclubs für ein Training im Kanufahren und zur
Freizeitgestaltung zur Verfügung. Unter der Anleitung der Betreuer haben einige Bewohner aus den HWW
inzwischen eine beachtliche Leistungsstufe im Kanufahren erreicht. Anfangs waren zwar noch gewisse
Anlaufschwierigkeiten zu überwinden aber nach und nach wurden die Boote und das Element Wasser vertrauter.
Diese Kooperation zwischen einem Kanuverein und einer Behindertenhilfseinrichtung bringt für beide Seiten
Vorteile und vertieft das gegenseitige Verständnis.
Von den Heidenheimer Werkstätten und Wohnheimen wurden Kontakte zu anderen ähnlichen Gruppen
geknüpft, so vor allem zum Beauftragten für Behindertensport im Kanuverband Württemberg. So konnten sie
auch 2008 an den ersten Special Olympics National Games für Kanuten in Karlsruhe teilnehmen.
Jetzt im Juni dieses Jahres haben wieder einige aus dieser Kanugruppe zusammen mit einer Reitergruppe der
HWW an den Special Olympics National Games in Bremen teilgenommen. Mit vielen neuen Eindrücken aber
auch mit beachtlichen sportlichen Erfolgen kehrten sie zurück.
Vom 14. Bis 19. Juni 2010 kamen aus insgesamt 20 Sportarten etwa 4550 deutsche geistig behinderte Sportler
mit ihren Familienangehörigen, Betreuern und Trainern zusammen, um auf den verschiedenen Sportstätten in der
Hansestadt an der Weser ihre Kräfte und ihr Können zu messen. Die Nationalen Spiele in Bremen setzten in
vielen Belangen neue Maßstäbe: Noch nie zuvor nahmen so viele Menschen aktiv an den National Games teil.
Die Heidenheimer Kanugruppe bestand aus drei Aktiven und dem Betreuer Hannes Hartmann-Held. Die Fahrt
nach Bremen konnte mit den Reitern der HWW in guter Absprache organisiert werden. Das gemeinsame
Quartier lag nordöstlich weit außerhalb der Stadt Bremen in Liliental. Dort waren auch die Pferde untergebracht.
Die Wettkampfstätte für die Kanuten war der Werdersee im Südwesten der Stadt, so dass jeden Morgen und
jeden Abend eine lange Straßenbahnfahrt quer durch Bremen erforderlich war.
Foto: W. Klobasa
In einer großzügigen Parklandschaft hatte der Bremer Kanuverband die Wettkampfstätte für die vielen Sportler
und Betreuer perfekt hergerichtet. Auf dem Werdersee waren 6 Bahnen mit einer Länge von 250 m eingerichtet.
Bei schwachem Wind und Kaiserwetter konnten alle Rennen unter optimalen Bedingungen gefahren werden.