Okay, vielleicht nicht unbedingt als der Superstar, aber mal selbst im Fernsehen zu
kommen, mal ehrlich, das wünscht sich doch so heimlich jeder. Oder nicht?
Und wie das Leben so spielt, man denkt an nix Böses, ruft doch glatt das Fernsehen
bei mir an. Es ist zwar nicht der Sender aus der ersten Reihe sondern tatsächlich ein
Privatsender. Und da haben ja bekanntlich schon viele Karrieren begonnen! Es ist
„regio tv schwaben“, mit Sitz in Ulm und Aalen.
Der Sender möchte eine Reportage über eine Wanderung von der Quelle bis zur
Mündung der Brenz machen. Und eine Bootsfahrt gehöre da doch dazu. Mein
Vorschlag mit einer Bootstour durch das Eselsburger Tal wird gerne angenommen.
Und so treffen wir uns also einige Tage später frohgemut aber auch etwas
gespannt, ob der Dinge die da kommen werden, um 14 Uhr am Sportplatz in
Bolheim. Wir, das sind 7 FCH-ler, der Fernsehjournalist und sein Kameramann.
Und dann geht’s los!
Natürlich soll alles ganz zufällig aussehen: Der Fernsehmensch macht da eine
Wanderung der Brenz entlang, sieht Bootfahrer, frägt sie, ob er als müder
Wandersmann mitfahren darf, und natürlich wird er gleich eingeladen, denn
zufällig (!) haben wir ja zwei Canadier dabei. So der Plan.
Aber so einfach ist das alles nicht, der Kameramann ist erst nach mehreren
Drehversuchen mit dem Auftakt zufrieden. Ich verpasse beiden Fernsehleuten
noch eine Schwimmweste, safety first, und außerdem machts auch farblich was
her. Schließlich haben wir Farb-Fernsehen.
Das Einsteigen gestaltet sich etwas wackelig und dem TV-Journalist ist´s leicht
mulmig, glaub ich, er sitzt nämlich etwas verkrampft im Boot. Sein Kollege,der
Kameramann, ist etwas mutiger, trotz seiner großen Filmkamera und dem Stativ,
und diese Dinge sollen ja möglichst nicht baden gehen.
Das Eselsburger Tal ist wirklich schön, inzwischen scheint auch die Sonne, das
Wasser ist klar, Enten begleiten uns, und so kann der Kameramann idyllische
Aufnahmen machen. Nicht nur vom Boot aus, sondern auch vom Ufer aus. So
steigt er u.a. auf den Falkenstein rauf, wir müssen solange warten bis er ein Zeichen
von oben schließlich gibt, wir losfahren können, er filmt, wir warten nach einer
gewissen Strecke wieder auf ihn und er steigt wieder ein. So geht das mehrmals.
Das ist zeitraubend. Aber was tut man nicht alles für seine Filmkarriere!
Sicher und wohlgemut kommen wir dann doch ohne größere Zwischenfälle in
Herbrechtingen an der Aussatzstelle an. Der Journalist macht noch ein kurzes
Interview mit mir, das muss natürlich auch mehrfach gedreht werden bis es richtig
gut im Kasten ist. Inzwischen sind knapp vier Stunden vorbei. Und was wurde
schließlich gesendet?
Die Reportage „Wanderung an der Brenz“ wurde an vier Tagen im
Vorabendprogramm von „regio tv schwaben“ abschnittsweise gesendet. Der
erste Abschnitt Königsbronn-Aufhausen zeigte neben dem Brenzursprung und dem
schönen Königsbronner Rathaus vor allem den Itzelberger See und einige
Modellbootfahrer, die dort ihr Hobby betrieben.
Beim zweiten Abschnitt der Wanderung wurde mir – und anderen – der inhaltliche
Zusammenhang nicht klar, hauptsächlich kam Tim Bendzkos Song „Muss nur noch
kurz die Welt retten“.
Am dritten Tag kamen endlich wir auf Sendung. Wirklich schöne Aufnahmen von
Landschaft, Fluss und Booten, und natürlich Paddler! Knappe 5 Minuten! Das war
die Ausbeute von stundenlanger Outdoor-Dreharbeit Und dann noch jede Menge
Arbeit im Studio (Schneiden, Vertonen).
Der vierte und letzte Abschnitt zeigte nur Lauingen, seinen schönen Rathaussaal
und ganz kurz auch die Brenzmündung.
Das war unser Fernsehauftritt, kurz aber gut!
Und das waren die Filmstars: Birgit Begelspacher, Werner Fork, Werner Jooß,
Hannelore und Reinhard Ludewig, Manfred Renz, Jürgen Stadelmann
Bericht: Manfred Renz (Don Renzo)