Ein Rückblick auf das Wildwasserjahr 2019.
Weißes Wasser, das durch schroffe Klammen oder offene Bergtäler fließt hat definitiv die Eigenschaft, jeden Outdoor-Sportler abhängig zu machen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Wildwassergruppe des Faltbootclubs Heidenheim in den vergangenen Jahren immer größer wurde. Verstärkung kam aus der Jugendgruppe oder von neuen jungen Vereinsmitgliedern. Mittlerweile ist die Truppe aus über zehn Kanuten geschlossen auf Wildwasser bis zum fünften Schwierigkeitsgrad unterwegs.
Wildwasserklassiker wie die Brandenberger Ache, die Ötztaler Wellerbrückenstrecke oder die Loferer Teufelsschlucht wurden im vergangenen Jahr gleich mehrmals befahren. Gemeinsame Ausfahrten führten die Freunde 2019 zum Beispiel in das Socca-Tal, die Innschluchten im Engadin, auf Vorderrhein und Glenner und die Bäche des Salzkammerguts.
Das Team erlebte seine Abenteuer in dieser Saison aber nicht nur im Stillen für sich. Auf allen größeren Extremwildwasserrennen waren die Paddler vertreten, um sich mit den Creekboatern, Wasserfallstürzern und Kajaksportlern Europas zu messen. Mit der Konkurrenz konnten die Heidenheimer dabei gut mithalten. Bereits im Frühjahr nahmen Manuel Brecht, Stefan Finsinger, Benjamin Abele und Patrick Vetter am Extrem-Race auf der Moesa teil. Finsinger konnte den vierten Platz für den Club sichern. Bei der Europameisterschaft „King oft he Alps“ – ausgetragen auf der Passer – legte er nach und holte sich den ersten Platz in seiner Altersklasse Ü40. Martin Koutnik, Jiri Koutnik Junior und Jiri Koutnik Senior starteten im Hauptrennen. Bei dem Massenstart treten alle Kanuten gleichzeitig im Boatercross gegeneinander an. Martin Koutnik konnte sich den 55. Rang ergattern.
Gemeinsam mit Manuel Brecht startete Martin auch bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft im Boatercross am Augsburger Eiskanal. Manuel schaffte es bis ins Viertelfinale. Martin schied im Achtelfinale aus. Und schließlich waren die Heidenheimer auch beim alljährlichen Loferrodeo dabei. Das Rennen wird an den Eingangsstromschnellen der legendären Teufelsschlucht ausgetragen. Bei dem Turnier, das jedes Jahr mit einer großen Paddlerparty verbunden ist, war allerdings nur ein 82. Platz für den Heidenheimer Martin Koutnik drin. So aktiv wie Martin beteiligte sich dennoch kein anderer Heidenheimer an den Rennen der Saison. Der 25-Jährige nahm an jedem der raren Extremrennen teil, das von Heidenheim aus erreichbar war.
Boatercross-Rennen sind eine relativ junge Disziplin im Kajaksport. Dabei starten entweder vier oder mehr Kajaks gleichzeitig auf einem Wildwasserabschnitt, der von wenigen hundert Metern bis zu mehreren Kilometern lang sein kann. Die Teilnehmer versuchen jeweils die besten Linien zu erwischen und probieren die anderen dabei zu behindern. Die Hände dürfen dabei nicht eingesetzt werden, das Paddel aber sehr wohl. Möglichst ohne Körpertreffer kann so jeder Rennteilnehmer probieren, seine Kontrahenten aus der Spur zu befördern und sich selbst an die Spitze des Felds zu setzen. Je nach Rennen müssen auch noch Tore durchfahren werden. Mit der Weihnachtsfeier an der Saalach endet die Wildwassersaison für die Heidenheimer nicht. Auch im Winter halten sie sich auf dem Wasser in Form für das nächste Frühjahr, wenn die Schneeschmelze wieder etliche herausfordernde Bäche befahrbar macht.






