Nach langer Zeit hatten wir endlich wieder einmal eine Paddeltour auf der
Oberen Donau im Fahrtenprogramm. Entsprechend groß war auch das Interesse
daran. Und obwohl die Wetterprognosen nicht gerade viel versprechend waren,
kamen am Samstagmorgen, 3. Mai 2014, 15 Mitglieder zum Bootshaus, um zur
Oberen Donau zu fahren. Eine gute Einsatzstelle gibt es an der Brücke von
Hausen im Tal. Während Autos an die Aussatzstelle in Sigmaringen gebracht
werden, wärmen sich die anderen in der Hütte eines Bootsverleihers auf, die zu
einer Freizeitanlage gehört.

Als die Boote zu Wasser gelassen werden, nieselt es bereits und es weht ein
kräftiger, eiskalter Wind, der natürlich von vorn kommt. Er geht durch und
durch und macht bald die Hände, die die Paddel umklammern, gefühllos und
steif. Aber noch stört das nicht zu sehr, denn die Landschaft ist wunderschön.
Das Tal ist eng,
steile Felsen ragen
senkrecht aus dem
Wasser. Es gibt so
viel zu sehen, bzw.
wieder zu entdecken.
2 km weiter bei Neidlingen baut sich eine mächtige Felswand auf, der
„Schaufelsen“. Und dann kommt schon bald das 1.Wehr, „Neumühle“, das
mühsam zu umtragen ist. Vor allem der Einstieg ist recht schwierig.
Nach 11 Kilometern erreichen die Paddler das Wehr Gutenstein, das von einigen
Mutigen befahren wird. Es ist für die anderen leicht zu umtragen. Hoch oben
liegt die Burg Gutenstein.
Nur 3 Kilometer weiter kommt schon das nächste Wehr, Dietfurt, das ebenfalls
umtragen wird. Nach dem Wehr befinden sich an der Brücke ein Rastplatz mit
dem hübschen Gasthaus „Zur Mühle“ und eine Burgruine aus dem 13. Jahrhundert.
Inzwischen hat das schlechte Wetter doch ein wenig auf die Stimmung gedrückt,
so wird nur wenig gesprochen, nur einer bruddelt immer mal wieder vor sich hin
„eigentlich ganz schön bescheuert, bei diesem Wetter aufs Wasser zu gehen.“
Unterhalb der
Brücke von
Inzigkofen
erscheint links
der steile
Amalienfelsen
Und noch liegen 8 km vor den Paddlern. Kurz vor Sigmaringen kommt das
letzte Wehr, Laitz. Es ist ein Klappenwehr und hat – welche Freude – eine
befahrbare Bootsgasse. Das ist ein lustiger, schöner Abschluss der
anstrengenden 22 km langen Fahrt. Kurz danach ist das Ziel, die wunderschöne
Stadt Sigmaringen mit dem sehenswerten Hohenzollern-Schloss erreicht. Die
Paddler sind zu müde und durchgefroren, um sich noch diese schöne Stadt
anzusehen; die Devise heißt jetzt: Boote aufladen und so schnell wie möglich
nach Hause zu einer wärmenden Dusche.
Was bleibt von dieser Tour? Es bleibt die Erinnerung an einen lebendigen
sauberen Fluss, an eine grandiose Landschaft mit senkrecht in die Höhe
ragenden schroffen Felsen, die durch die wabernden Regenschleier etwas
Mystisches erhielten. Es bleibt aber auch das stolze Gefühl, dass man sich nicht
von den widrigen äußeren Umständen hatte beeindrucken lassen, durchgehalten zu haben.
Fazit: „Paddeln bei schönem Wetter – das kann jeder. Aber Paddeln bei
Mistwetter? Wir können es.“ Bravo!
Heidenheim, im Februar 2015