Sommer – Sonne – und nichts zu paddeln!?? Das darf doch nicht wahr sein1 Ja
wo fahrn wir denn? Schau mr mal ins DKV-Programm. Am Sonntag „Esslinger
Kanäle“, Verbandsfahrt, steht da. Uff, Kanäle fahren, das ist doch immer geradeaus und stehendes Gewässer, na ich weiß nicht? Aber der Drang aufs
Wasser ist da, wir machen uns schlau – dank Internet, und es ist beschlossene
Sache: auf zur Esslinger Kanuvereinigung. Die sind zwar nicht ganz einfach zu
finden, klar am Neckar, aber wie da mit Auto hinkommen? Und wieder hilft das
Internet, bzw. die Homepage der KVE.

























Und tatsächlich, es ist ganz anders als gedacht, gar nicht langweilig. Mit sachkundiger Führung geht es zunächst neckaraufwärts zur Esslinger Schleuse. Umtragen! Das fängt ja gut an. Aber dann geht es mit leichter Strömung zu einer
Stadtrundfahrt der besonderen Art. Vorbei, bzw. durch das „Wasserhaus“ paddeln wir mit unseren Booten gemächlich mitten durch Esslingen. Die alte, ehemalige Reichsstadt, an der engsten Stelle des Neckartals gelegen, bot hier schon
immer einen Übergang. Und früher waren die Neckarwasser auch mitunter recht
reißend, daher auch die Kanäle, und natürlich zur Nutzung für Handwerk und
Industrie. Die Namen Hengstenberg und Kessler-Sekt kennt doch jeder, aber das
hat, glaub ich, doch mehr mit den Esslinger Weinbergen zu tun als mit dem Necker. Hoffentlich.
Esslingen, immerhin älter als Stuttgart, hat heute über 90000 Einwohner und
eine bedeutende Industrie. Ja, das erzählt uns alles unser Esslinger Guide. Die
Esslinger sind sowieso clevere Leute, die bieten solche Kanalfahrten nämlich für
jedermann, für Gruppen, Betriebsausflüge, Kegelbrüder usw. gegen Bezahlung
an, gefahren wird dann in großen Kanadiern. Für uns als Kanuten kostet es natürlich nichts, und außerdem haben wir ja unsere eigenen Boote.
Mit lockerem Paddelschlag geht es durch Esslingens Altstadt, malerische
Häuser, auch mal ein Mühlrad, im Hintergrund Esslingens bekannte Kirche St.
Dionys, die mit den zwei verschiedenen Türmen (s.Bild). Und damit es auf
keinen Fall langweilig wird, kommen auch 2 Wehre, das Schäferwehr und das
Bäckermühlenwehr, die aber schöne Rutschen haben für eine Befahrung. Unser
besorgter Esslinger Sportkamerad und Führer gibt sogar Helme aus, nicht dass
dem edelsten Körperteil was zustößt. Gegen Schluss der knapp zweistündigen
Fahrt kommt noch der „Amazonas“, ein fast tropisch
anmutender Abschnitt, mit
viel Brombeeren, nur für Kanuten zugänglich. Mmmhh!
Aber auch das anschließende
Sanwald Weizen u.ä. auf dem
Gelände der Kanuvereinigung
Esslingen schmeckt! Jedem
hats gefallen, Vielen Dank
Esslingen
Manfred Renz
Fotos: Gaby Häcke